neulich abends auf einem netten kleinen platz madrids: ein auto wühlt sich langsam durch die samstägliche menschenmenge auf den kleinen einbahnstraßen meines viertels. es erreicht eine abbiegung, kriegt die kurve nicht ganz und fährt nicht ohne wucht gegen einen dieser vielen, verdammt genau auf kniehöhe installierten pöller, die dafür sorgen, dass die lieben spanier nicht alles zuparken. kann ja mal passieren. der wagen setzt rückwärts und wieder vorwärts und rammt den pöller erneut, da sich die ausrichtung der räder kein bischen verändert hat.
langsam fängt er sich auch neugierige blicke ein und bei genauerem betrachten wird klar, dass es sich um einen mann mitte fünfzig handelt, der, ob seines alkoholgenusses, seinen wagen mit rotem diplomatenkennzeichen nur noch mühsam zu bedienen weiß. schließlich kriegt er die kurve und ent'tuckert' unserem sichtfeld...
zehn minuten später taucht er auf der anderen seite des platzes auf, verfolgt von einem polizeiwagen. als die polizisten ihn endlich stoppen können sie auch nicht mehr tun, als die papiere zu kontrollieren. der gute herr steht wohl unter diplomatischer immunität... und so ist es wohl auch gewesen, denn als wir uns später auf den heimweg machten und an diesem platz vorbeikamen, da saß der trunkenbold immer noch in seinem wagen und kramte irgendetwas an seinem beifahrersitz.
fahren konnte er zum glück nicht mehr, er war inzwischen von drei polizeiwagen eingeparkt worden. war wohl ne lange nacht für alle beteiligten.