... die drei Wanderer, namentlich Felix, Franzi und Bas (siehe Foto), machten sich auf den Weg um ab Montag alleine durch die öde Vulkanlandschaft Lanzarotes zu ziehen. Sie hatten ihre Rucksäcke geschultert und entschlossen sich, da Busse auf der Insel nur 3 mal täglich fahren, zu wandern, bzw. auf die Gnade der zahlreichen Autofahrer zu hoffen. Und so dauerte es auch keine 10 minuten bis alle drei, auf verschiedene Autos verteilt unterwegs nach 'Famara', einem Strand im Norden der Insel, waren. Mit Tipps und Wasser von einem norddeutschen Lanzeratianern versorgt, warteten sie die Dämmerung ab, um ihr Zelt 10 Meter vom Strand aufzuschlagen. Beim leckeren Nudeln mit Tomatensoße - Abendessen auf dem Spirituskocher begann es zu regnen (nicht ohne Grund sagt der Reiseführer über die durchschnittlich vier Regentage im November: "Wenn es regnet, dann im Norden der Insel"). Die Drei zogen sich also schon gegen neun Uhr zum schlafen zurück (für einige so früh wie seit Jahrzehnten nicht mehr).
Der Dienstag begann sonnig und um ihrem Namen alle Ehre zu machen, begannen die drei Wanderer eine ("4-5 stündige" reiseführer) Wanderung. Entlang einer Steilküste ging der Weg angenehm bergauf und gegen Nachmittag auch wieder bergab bis fast zum Strand. Die schweren Rucksäcke waren bis dahin kaum ein Problem gewesen, allerdings war das Tagesziel noch nicht erreicht und lag ca. 400 meter oberhalb des Strandes. Nach vielen Anstrengungen oben angekommen wurde es auch schon schnell dunkel, so dass die Drei auf ihrem Weg zum angepeilten Schlafstrand auch kein Auto fanden was sie mitnahm. Nach insgesamt ca. 25 km Wanderung fanden sie in der Nähe einer kleinen Ortschaft unweit vom Strand einen guten Platz für ihr Zelt, aßen leckere Nudeln mit Tomatensoße und fielen Wortlos ins Bett (so ungefähr).
Der Mittwoch war unspektakulär. Die drei Freunde besichtigten einen Lavatunnel, teil eines langen Höhlensystems, der aber eher unspektakulär daherkam. Abends wurden sie auf der Suche nach einem Zeltplatz von Regen überrascht (dieser Norden), aber mit der Dunkelheit wurde es trocken und sie konnten ihr Zelt auf einer Klippe (siehe Fotos) aufschlagen, mit dem Plan, am nächsten Tag Richtung Süden (in die Sonne?!) zu fahren. Nach einer leckeren Portion Nudeln mit Tomatensoße und dem Versuch das Zelt vor dem Wind an unserem ungeschützten Platz mit Steinen zu schützen, gingen die drei Camper schlafen. Der nächste Morgen wurde im Bus verbracht, bis die drei Sonnenhungrigen den von Gewitterwolken verhangenen Süden der Insel (dafür mit Blick auf Fuerteventura) erreichten. Nach einer langen Wanderung (mit einem kurzem Stück erfolgreichem Trampen) gelangten sie an die Südspitze Lanzarotes, wo sich kleine Buchten ohne Hotelbauten großer Beliebtheit erfreuen. Sie machten auch direkt eine kleine Bucht zum schlafen aus, verbrachten aber den Tag an einem weitaus größeren und Frisbee-freundlicheren Strand.
Der letzte Abend wollte gefeiert werden und so ließ sich Bas (ich hasse dieses Schreiben in der dritten Person, aber jetzt hab ich mit dem kack halt einmal angefangen), während die anderen beiden das Zelt aufbauten, von Melissa, Kathrin, Jens und ihrem Mietwagen (drei Haaner, die mehr oder weniger zufällig vorbeikamen) zum nächsten Supermarkt bringen um zu den leckeren Nudeln mit Tomatensoße ein Bierchen reichen zu können. Der Rückweg in kompletter Dunkelheit (Gevatter Mond, der uns die letzten Tage so vortrefflich und VOLL beschienen hatte, war noch nicht aufgegangen) gestaltete sich als ein bischen kompliziert und leicht angeschwitzt (ihr kennt ihn) traf er zu den anderen beiden die das Zelt fachmännisch entfaltet hatten (siehe Foto). Da es Windstill -> warm war, beschlossen die drei müden Gestalten unter freiem Himmel zu nächtigen und so hatten sie eine hervorragende Nacht unter den Sternen und später auch unter dem Mond.

Nach einem kleinen Morgenbad wurden die drei von Franzi und Seppl (die zwei Freiburger Frisbeespieler, die sich ein Apartment gemietet hatten, aber immer wieder bei uns auftauchten) mit einem Mietwagen abgeholt, so dass sie sich die Insel nun zu fünft zugänglich machten ("übrigens alles Lava"). Sie sahen zerklüftete Steilküsten, gingen Baden in natürlichen Pools und wanderten ein bischen am Rande des Nationalparks (Lava so weit das Auge reicht). Dort entdeckten sie auch die schönen Kristalle die man in der Magma finden konnte und so verbrachten sie eine lustige Stunde mit Steineklopfen um das glitzernde Material herauszuschlagen (siehe Foto). Der Erfolg war eher mäßig. Felix hat sich allerdings einen mindestens fünf Kilo schweren Stein mit nach Hause genommen, um ihn dort weiter zu bearbeiten.
Jedem, der bis hier gelesen hat erstmal ein herzliches Dankeschön. Ich werde auch nie wieder so viel schreiben, versprochen! Aber die Geschichte ist noch nicht ganz zu ende.
Nachdem sich die Sonne zur Ruhe gelegt hatte, gings ab zum Flughafen und nach einem verschlafenen Flug landeten die drei wohlbehalten in Madrid wo sie sich nach einer leckeren Portion Döner ins Nachtleben stürzten... puh, das wars.